Riester: Mindest-Aktien-Quote für Riester gefordert

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Bundestagswahl: Mindest-Aktien-Quote für Riester gefordert

Investmentfonds von Florian Burghardt

Mindest-Aktien-Quote für Riester gefordert

Der Finanzsektor hierzulande braucht Hilfe. Das sagt das Deutsche Aktieninstitut und macht anlässlich der bevorstehenden Wahlen einige Vorschläge zur Stärkung der Kapitalmärkte. Einen Schwerpunkt bildet dabei die staatlich geförderte Altersvorsorge.

Das Deutsche Aktieninstitut macht sich für mehr Wertpapiere in der Altersvorsorge der Bundesbürger stark.

Das Deutsche Aktieninstitut macht sich für mehr Wertpapiere in der Altersvorsorge der Bundesbürger stark. Bild: skeeze/Pixabay.com

Die anhaltende Niedrigzinsphase belastet sowohl die Versicherungsbranche als auch ihre Kunden. Hohe notwendige Rücklagen in die Zinszusatzreserve schmälern die Überschussbeteiligung der Lebensversicherer.

Aber wie mehr Rendite erzielen? Auch Produkte der „Neuen Klassik“ bleiben hinter ihren Erwartungen zurück, wie jüngst eine Assekurata-Studie zeigte. Weiter an der Schraube der Vertriebs- und Verwaltungskosten drehen wäre eine mögliche, wenn auch schmerzhafte Maßnahme. Vielmehr als ein „Gesundschrumpfen“ würde aber wahrscheinlich das Erzielen höherer Kapitalerträge sämtliche Beteiligten entspannen.

Aktien prädestiniert für Altersvorsorge

Das Deutsche Aktieninstitut e.V. (DAI) präsentiert seinen Lösungsvorschlag: „Deutschland braucht die Aktie“ heißt es in einer Zusammenstellung von Anregungen, die das DAI anlässlich der Bundestagswahl im September aufgesetzt hat. Auch Kapitalmarktfragen müssen in den kommenden Debatten eine Rolle spielen, heißt es. Aktien seien das richtige Instrument zum langfristigen Vermögensaufbau für private Anleger.

Wer in der Vergangenheit in den Deutschen Aktienindex (DAX) investierte, hat bei einem Anlagehorizont von 20 bis 30 Jahren jährliche Renditen von sechs bis neun Prozent erwirtschaftet, heißt es in dem DAI-Dokument. Experten prophezeien dem DAX sogar noch weitere Wachstumschancen.

Aktien seien prädestiniert für die Altersvorsorge und können wesentlich dazu beitragen, die negativen Auswirkungen des demographischen Wandels auf die staatliche Rente abzufedern, heißt es weiter. Während diese laut Prognosen immer weiter absinkt, könnte die Gesamtbelastung an Sozialbeiträgen im Jahr 2040 bereits mehr als die Hälfte des Bruttoeinkommens ausmachen.

Zuschüsse für Aktien, Wahlfreiheit für Garantien

Um die absehbare Rentenlücke zu schließen braucht Deutschland aus Sicht des DAI ein Förderkonzept für Aktien in der Altersvorsorge. Zwingend darin enthalten sein muss eine vorgeschriebene Mindest-Aktien-Quote bezogen auf alle Sparformen.

Weiter empfiehlt der Verein, dass die in Aktien angelegten Beiträge staatlich bezuschusst werden. Außerdem sollen die Erträge nach 20 Jahren Anlagedauer von der Abgeltungssteuer freigestellt werden, um Anreize für den langfristigen Vermögensaufbau mit Aktien zu setzen.

Die Sparer sollten bei staatlich geförderter Altersvorsorge außerdem die Wahlfreiheit haben, auf teure Garantien und Mindestverzinsungen verzichten zu können. Hier erwähnt das DAI explizit die Riester-Verträge. Die entgangene Rendite sei hier sehr hoch, „weil das Ersparte über die gesamte Laufzeit schwerpunktmäßig in festverzinsliche Wertpapiere angelegt werden muss, um die Garantie zu halten.“

Mit seinen Vorschlagen scheint das Deutsche Aktieninstitut teilweise offene Türen einzurennen, denn die Nachfrage nach spekulativen Geldanlagen steigt momentan. Die weiteren Anregungen des DAI können in dieser Zusammenfassung (PDF-Datei) nachgelesen werden.

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